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Betriebssystem Responsive OS 4.0 (3/n)

Die Management-Küchen des 20. Jahrhunderts lieferten uns immer wieder neue Rezepte, um aus Menschen, Maschinen und Material das Beste zu machen.

Am Ende wurden daraus die Fertiggerichte des Lean Management, des Durchsatz-Managements und viele andere. Damit ist es vorbei. Das Responsive OS 4.0 ist nutzerindividuell.

Im Klartext: Jedes Unternehmen muss sich sein Betriebssystem je nach Geschäftsmodell selber erstellen. Rezepte gibt es keine. Aber die Zutaten kann man überall im Netz finden.

Leider, denn wir haben uns inzwischen so sehr an Vorlagen und Patentrezepte gewöhnt!

Das Betriebssystem H (wie Hierarchie) funktioniert heute also noch mehrheitlich und wird sich auch so schnell nicht verdrängen lassen.

Dafür müssten die Spielregeln mitten in einem Match geändert werden, wo die deutschen Unternehmen für zwei, drei Jahre noch die Pole-Position einnehmen. Das Gesetz der sigmoiden Kurve ist hierzulande noch nicht angekommen.

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Hierarchiefreie Unternehmen bleiben die Ausnahme, sogar im Sandkasten der Startups.

Letztere nutzen zwar alle digitalen Technologien, arbeiten virtuell, oft dezentral, in Coworking-Spaces, im Home-Office oder unterwegs. Doch die unternehmerische Vision der Startups begrenzt sich meist auf die schnelle Vermarktung ihres Geschäftsmodells. Dabei verheizen sie auch gerne Humanressourcen.

Die unternehmerische Vision

Was haben die selbst organisierten Unternehmen weltweit gemein? Einen Firmenchef, der das Selbstmanagement seiner Mitarbeiter mit seinem Geschäftsmodell und seinem Firmenbranding verbunden hat.

Am Anfang steht immer seine Überzeugung, dass

  • cooking-up-a-teamerwachsene Menschen weder Kontrolleure noch Antreiber brauchen, um ihre Arbeit gut zu machen;
  • Mitarbeiter über ihre Grenzen hinausgehen, wenn man im Vorfeld ihr Arbeitsumfeld entgrenzt;
  • Burnout, Stress, innere Kündigung, Antriebslosigkeit und Blaumacherei nur Symptome eines Syndroms sind: Die Menschen empfinden ihre Arbeit als Last;
  • der Arbeitsprozess einen permanenten Lernprozess enthält, der nur durch die Zufriedenheit im Arbeitsumfeld langfristig erträglich ist;
  • das Wohlbefinden am Arbeitsplatz die qualitative Leistungskraft der Menschen erhöht.

Klappt Arbeiten 4.0 nur, wenn der Segen von oben kommt?

Das Netzwerkdenken

Vernetztes Denken ist ganzheitliches Denken. Darum entspricht die ganzheitliche Unternehmensstrategie der Netzwerk-Dynamik den digitalen Technologien und ihren Anwendungen.

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Indem die Unternehmensführung die Netzwerk-Dynamik mit einbaut, hilft es seinen Mitarbeitern bei der ungeheuren Komplexität der Daten und Zusammenhänge intellektuell und fachlich klarzukommen.

Bei vertikalen Firmenstrukturen und horizontalen Abteilungen ist das nicht mehr möglich.

Die Netzwerk-Dyamik

Alle erfolgreichen Geschäftsmodelle der letzten zwei Jahrzehnte stützen sich auf diese Netzwerk-Dynamik, die den alten Geschäftsmodellen der Industrie- und Dienstleistungsbranche noch nicht vertraut ist und sie deshalb widerstandslos überrennt. Es ist erst der Anfang.

Die traditionellen Geschäftsmodelle jedoch wie Buutzorg, Morning Star, Poult, Semco haben im Übergang zum Selbstmanagement die Linearität der Strukturen gelockert, durch Netzwerk-Synergien ersetzt, die Management-Ebenen und somit die Hierarchie abgeschafft.

Rechnet man für je 100 Mitarbeiter eine Führungskraft, so spart das Selbstmanagement der 9.000 KrankenpflegerInnen bei Buutzorg in den Niederlanden etwa 100 Manager-Posten ein. Kein Wunder, dass gerade hier die umtriebigsten Gegenkräfte am Werk sind.

Auffangnetze und Vernetzungen

Die Systemdynamik der Unternehmen hat sich verändert. Mit dem Internet, den neuen Kommunikationstechnologien und den sozialen Plattformen ist eine hohe Dichte der Informationen und Vernetzungen entstanden.

Netzwerkdenken heisst auch, dass jedes Mitglied dieses kleinen Netzwerkes – meine Firma – wiederum Teil eines grösseren Netzwerkes ist, analog und digital. Diese Vernetzung intern/extern muss die Unternehmensorganisation zulassen.

Nur so entstehen Open Innovation Dynamik, Business of Kindness Feedback, Wissenstransfer und Cluster-Energien. Konkret bedeutet das für die Unternehmensführung, dass er sein Unternehmen wie ein Netzwerk ausbaut, in dem sich jeder Mitarbeiter frei bewegen kann und immer weiss, wo er sich gerade befindet.

Data Architektur

Daraus ergibt sich auch ein neues Bedürfnis. Das Betriebssystem wird von den Technologien getragen und geprägt. Die Frage ist nicht, welche Hierarchien der vernetzten Ökonomie entsprechen. Flach, pyramidal, skalierbar, soziokratisch, sondern welche Strukturen, welche Firmenkulturen das Rennen um Motivation, Kreativität und gesunde, nachhaltige Leistung machen.

Konkret heisst das, dass die Unternehmensführung neben dem Business Modell auch ein Betriebssystem entwickelt, das Kooperation, Kollaboration und Austausch ganzheitlich unterstützt und in sich bereits entgrenzt und unendlich skalierbar ist: eine Data-Architektur. Für A-Mitarbeiter (motiviert, engagiert und qualifiziert) ist das schon eine gute Grundlage im Onboarding.

Nur wenn im Vorfeld schon das Arbeitsmodell der Mitarbeiter entworfen ist, kann die hohe Ausfallquote (50%) im selbst organisierten Arbeitsmodell begrenzt werden. Schlecht genutzte Kommunikationstools wie z.B. Social Collaboration Software, fehlende Schnittstellen zwischen den verschiedenen Anwendungen, mangelndes Verständnis der Ziele führen zu Stress.

Dezentrale und virtuelle Kollaboration funktioniert nur nahtlos, wenn die Software-Strukturen und deren Funktionalitäten klar definiert wurden.

An den schlampigen Software-Architekturen im Betrieb und den vielen unklaren Schnittstellen scheitern nämlich über 70% aller Unternehmen, wenn sie die alten linearen Strukturen durch die virtuellen Netzwerk-Strukturen ersetzen wollen. Software ist mehr als nur ein Service.

Das nächste Mal schauen wir uns das Manifesto Responsive 4.0 genauer an.

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1 Comment

  1. […] Responsive OS. 4.0 (von Responsive.org entworfen und von FLOWCAMPUS erweitert) ist für die Kleinunternehmen ein skalierbares Canvas, um […]

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