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Der Kürbis: Dick, orange, frech & mehr

Auf den Sommer mit Beeren und Gemüse von Aubergine bis Zucchini, folgt jetzt der Herbst mit leuchtend schönen Kürbissen. Mit ihrem sonnigen Orange bilden sie kleine Lichtpunkte und helfen uns, in einer immer dunkler und kälter werdenden Jahreszeit, den Herbstblues zu vertreiben.

Sie erheitern uns in Form von Kürbis-Deko an der Eingangstür, liefern unserem Körper zahlreiche gesundheitsfördernde Pflanzenstoffe und fördern Inspiration und kunsthandwerkliche Aktivitäten beim Schnitzen von gruseligen, furchterregenden Halloween-Kürbissen bis hin zu Geek-Art.

Der Kürbis auf dem Weg vom Viehfutter zum Halloween-Kult

Manch eine/r kennt den Kürbis nur süß-sauer. Als Oma’s Eingemachtes, eingelegt in Apfelessig, gewürzt mit Pfeffer, Koriander, Nelken, Lorbeer und Ingwer, Zimt und Zucker. Nicht unbedingt hipp, eher eine Erinnerung an die gute alte Zeit und die gute alte Verwandtschaft, die das gerne zum Butterbrot kredenzte.

Für den Kürbis war das immerhin schon ein kleiner Fortschritt auf dem Weg zur Bekanntheit, denn bis ins 20. Jahrhundert wurde der Kürbis vor allem als Viehfutter betrachtet in Mitteleuropa. Andere Kulturen sind uns diesbezüglich schon seit Langem einen Schritt voraus. In Mittel- und Südamerika gehören die Speisekürbisse bereits seit 10.000 Jahren zu den Grundnahrungsmitteln.

In den 90er Jahren stieg im Zuge des Halloween-Kultes die Bekanntsheitskurve von Kürbissen weiterhin an. Halloween, die Kurzform für “All Hallows’ Eve”, ist ein Volksbrauch, am Abend und in der Nacht vor dem Hochfest Allerheiligen, vom 31. Oktober auf den 1. November. Besonders im katholischen Irland war dieser Brauch sehr verbreitet, der auf die Legende von Jack Oldfield zurück geht. Als viele Iren im 19. Jahrhundert in die USA einwanderten, nahmen sie diese Tradition mit und stellen seitdem, immer am Vorabend von Allerheiligen, ausgehöhlte Kürbis-Laternen bzw. Jack O’Lanterns vor dem Haus auf, um den Teufel und alle anderen Geister abzuwehren.

Der Kürbis – ein Cucurbita mit Stammbaum & Familie

Den Kürbis gibt es in unheimlich vielen Erscheinungsformen. Bekannt sind 800 verschiedene Kürbissorten. Kürbisse sind orange, aber nicht nur. Es gibt sie auch in grün, gestreift oder sandfarben. Der kleine Patisson, das Ufo unter den Kürbissen, kleidet sich auch gerne ganz vornehm in weiß.

Einen ersten Überblick über die vielfältigen essbaren Kürbis-Varianten gibt es hier und in der Kleinen Kürbis-Kunde. Kürbisse aus dem heimischem Anbau sind übrigens seit dem Spätsommer bis in den Winter hinein im Handel. Also gleich losgehen und einkaufen 🙂

Der Kürbis, man mag es kaum glauben, gilt botanisch betrachtet als eine Beerenfrucht! Und dass, obwohl Riesen-Kürbisse bis zu mehrere Zentner schwer werden können. Den Weltrekord hielt lange ein Kürbis in Massachusetts, der 766 kg wog. Geknackt wurde dieser Weltrekord von einem Schweizer mit einem Kürbis, der 1.054 kg wog.

Lateiner sprechen gerne vom Curcurbita, denn so heißt der Kürbis im Fachjargon. Der Kürbis lebt auch nicht allein vor sich hin, sondern hat eine eigene Familie mit Stammbaum. Zu seinen Verwandten zählen Zierkürbisse, Speisekürbisse und auch Gemüsekürbisse wie die allseits bekannte Zucchini. Allein bei den Speisekürbissen gibt es schon eine Vielzahl von Untergruppen wie beispielsweise Hokkaido, Butternut, Squash, Muskatkürbis, Moschuskürbis, Turbankürbis, Halloweenkürbis (Pumpkin) oder Ölkürbis. Zu den weiter entfernten Verwandten zählen, unter anderem, übrigens die Begonien. Und wer ihn essen möchte, sollte darauf aufpassen, dass der Kürbis nicht bitter schmeckt!

Ein Kürbis auf die Gesundheit

Der Kürbis enthält Vitamine und Mineralstoffe und einen hohen Gehalt an Provitamin A, also Carotin, das gut für Haut und Augen ist und krebsvorbeugend wirken soll. Der Kürbis gilt ebenso als verdauungsfördernd und soll das Immunsystem stärken. Mit nur ca. 20 kcal je 100g hat, darfst du auch richtig viel davon essen ;-).

Ebenfalls vom Kürbis stammen die Kürbiskerne, die viele gerne knabbern, weil sie gut schmecken und manche, weil sie wohltuend bei Blasenschwäche und Prostataleiden sind …

Wer auf die feine Küche steht, sollte Kürbiskernöl ausprobieren. Ein aus den Kernen kalt gepresstes Kürbiskernöl, das – wie sollte es anders sein – gut zu herbstlichen Blattsalaten wie Feldsalat, Endivie oder Radicchio paßt.

Rezepte zu Kürbissen finden sich überall. Du kannst auch mal bei Pinterest gucken, wenn man das Stichwort “Kürbis” sucht, dann werden dir sehr viele Bilder angezeigt. Manchmal hilft der Blick auf das mögliche Ergebnis bei der Auswahl eines Rezeptes 🙂

Der Kürbis und die schönen Künste

Oh! Kürbis, du, was mag das sein? Ein Schüttelreim, ein Schüttelreim!

- Berliner Neudichterin

Mal abgesehen von Schüttelreimen, hat der Kürbis auch Eingang in die Poesie gefunden. Freunde von Simon Dach kennen sicherlich die “Kürbishütte” und wer das ganz ernsthaft nachlesen möchte, kann hier gucken (PDF). Der amerikanische Dichter John Greenleaf Whittier dichtete “The Pumpkin”. Etwas unterhaltsamer wird es bei der Reimemaschine mit dem Gedicht “Der Kürbis” und für die Kleinen und Großen gibt es Gedichte, Kindergeschichten und Singtexte.

Jetzt schnell: Kürbis schnitzen für Halloween

Wenn du nicht so gerne kochst und dich dem Kürbis lieber handwerklich nähern möchtest, dann solltest du mal schauen, wie er zurecht geschnitzt werden kann. Heute ist bekanntlich Halloween und 500-jähriger Reformationstag in einem. Da hat man den ganzen Tag genügend Zeit, sich dem Kürbis schnitzen zu widmen. Das ist vor allem dann spassig, wenn du Kinder hast, die es an Halloween gruselig mögen. Anleitungen zum Schnitzen gibt es hier und hier.

Das richtige Handwerkszeug, ein Schnitz-Set, kannst du (für nächstes Jahr) hier bestellen und Schnitz-Vorlagen finden sich hier und hier. Schnitz-Künstler_innen können sich hier inspirieren lassen. Wer eher auf Funkins steht, kann sich hier umschauen. Tipps für herbstliche Kürbis-Deko gibt es in klassisch und extravagant für Heim und Garten hier und hier. Musikalisch abrunden lässt sich das Ganze dann noch mit etwas “Oktobergold”, so dass sich die goldene Jahreszeit ein wenig in den November retten lässt 😉

Nachtrag

Dies ist unser kleiner Exkurs zum heutigen Halloween- und Reformations-Tag. Vor einigen Jahren bot ich hier auf dem FLOWCAMPUS mit „Kürbis-Kult“ einen Einstiegskurs in die kollaborative Arbeit mit Evernote an. Da wir uns arbeitsorganisatorisch ein wenig von Evernote entfernt haben, schenken wir euch die erste allgemeine Einführung zum heutigen Tag.

HAPPY HALLOWEEN! Macht was draus! 🙂

Fotos NB: Los Angeles, 2016

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