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EduMarketing: Der nächste Schritt

Im Herbst 2014 haben wir uns in der ununi.TV-Community etwas intensiver mit EduMarketing beschäftigt. Es ist eine Entwicklung, die wir seit einigen Jahren zunehmend beobachten, die aber selten beim Namen genannt wird – obwohl viele es betreiben.

„EduMarketing“ kennzeichnet verschiedene Entwicklungslinien, die auch für KMU und Freelancer von Bedeutung sind. Sie reichen von der Bewerbung größerer Bildungsangebote bis hin zum Einsatz von „einfachem“ EduContent (Webinare, Tutorials, Whitepapers etc.) und kuratierenden Angeboten zwecks Vermarktung anderer Produkte oder Dienstleistungen.

An dieser Stelle möchte ich euch drei Beispiele zeigen, die einen Eindruck in das Spektrum des EduMarketings geben:

Darf ich vorstellen: VSAUCE

VSAUCE ist ein YouTube-Netzwerk und umfasst derzeit 4 verschiedene Kanäle. Michael Stevens bespielt Vsauce1 und gehört mit diesem Channel zu den 25 Highest Earning Youtube Stars. Sein geschätztes Jahreseinkommen beläuft sich auf 1,2 Millionen US-Dollar (mit 826 Millionen Views). Dieses hier eingebundene Video ist seit August 2012 fast 17 Millionen mal abgerufen worden.

Michael Stevens selbst betreibt keine eigene Website, sondern bedient lediglich seine sozialen Medien. Bekannt und beliebt sind vor allem seine Videos zu Bildungsthemen. Es gibt Menschen, die bezeichnen sein Format als modernes Wissenschaftsformat.

Was man von diesem Kanal lernen kann?

Man muss keine Schmink-Tipps, Comedy oder Games verkaufen, um auf YouTube ein großes Publikum zu erreichen. Es funktioniert auch mit unterhaltsam aufbereiteten, qualitativen Inhalten. (Gerade mal durch gezählt: Es sind 15 Videos auf Vsauce, die jünger sind als 1 Jahr ….)

Warum ist das EduMarketing?

Michael Stevens interessiert junge Menschen auf äußerst witzige, intelligente Art und Weise für wissenschaftliche Phänomene. Er betreibt keine dröge „Wissensvermittlung“ und scheint auch keine „Hidden Agenda“ zu verfolgen.

Es handelt sich bei seinen Videos um eine Art Edutainment-Format auf einer populären Plattform, über die man offensichtlich ein gutes Einkommen erzielen kann. Man kann demnach sehr wohl Geld mit Bildung in den sozialen Medien verdienen.

Wer sich für VSAUCE interessiert, hier ein paar interessante Links:

Darf ich vorstellen: Das Guitar Center

Letztes Jahr hatte ich mir die Content Marketing Awards 2014 angeschaut, um zu erfahren, welche Kategorien da prämiert werden und welche Firmen was gewonnen haben usw.

Dabei fiel mir u.a. dieses ausgezeichnete Projekt ins Auge:

PROJECT OF THE YEAR 2014:
Guitar Center Official YouTube Channel
Produced by Guitar Center
http://www.guitarcenter.com/

Dieses sehr grosse Gitarren-Center mit vielen Filialen in den USA verkauft nicht einfach nur Instrumente. Nein, sie bieten „natürlich“ auch viele Musik-Interviews, Konzerte, Preisverleihungen, Gewinnspiele UND Weiterbildung an.

Alles andere als billig gemacht und gut miteinander verschränkt, ist dies ein wunderbares Angebotspackage, das Teil der Unternehmenskommunikation ist. Und nicht so strikt getrennt ist vom eigentlichen Angebot, wie wir es oftmals sehen. Vielmehr gehört die Kommunikation zum Angebot dazu. Ähnlich wie Red Bull seine Aktionen und Werbeträger nachhaltig aufbaut, scheint mir dies auch beim Gitarren-Center der Fall zu sein. Sie sitzen nicht nur in Hollywood, sie sind Teil von Hollywood.

Was man von diesem Angebot lernen kann?

Was Produkt ist und was Kommunikation, verschwimmt hier vollständig. Man kauft hier scheinbar eher beiläufig die eigentlichen Produkte. Es kommt dem Absatz vielmehr sehr entgegen, wenn man eine positive Beziehung zum Publikum aufgebaut hat.

Warum ist das EduMarketing?

In dieser medial vernetzten Welt ist es letztlich völlig gleichgültig, was man konkret verkauft. Das kann eine Limonade ebenso sein, wie Rasierklingen, Gitarren oder komplexere Maschinen. Will man die Consumer erreichen, muss man sich um diese kümmern. Sich um die Aus- oder Weiterbildung der Kund_innen zeitgemäß zu kümmern, sollte heute state-of-the-art sein.

Wie man das alles schaffen soll neben der „eigentlichen“ Arbeit?

Vielleicht über ein Umdenken?! Die Medienkommunikation ist sozusagen wesentlicher Teil der Arbeit, ebenso wie die Gestaltung des Verkaufsraumes, die Optimierung des Produktes oder der Dienstleistung. Und Bildung ist ein Teil davon. Man möchte doch auch, dass die Kund_innen das eigene Angebot verstehen und zu schätzen wissen.

Hier geht’s übrigens zu den Online- wie Offline-Workshops des Guitar Centers:
http://workshops.guitarcenter.com/

Darf ich vorstellen: EduMarketing für KMU

Viele Freelancer und KMU stöhnen auf, wenn es darum geht, sich aktiv in den sozialen Medien mit qualitativem Content zu beteiligen. So viel Aufwand für Werbung?

Ich denke, dies ist etwas kurz gesprungen. Es geht heute nicht primär darum, dem Publikum eigene Weisheiten zu verkaufen. Vielmehr gilt es heutzutage, sich mit den eigenen Kunden kollaborativ weiterzuentwickeln. Die Chance dabei ist, gemeinsam einen Bedarf festzustellen, den man als Anbieter zielgerichtet stillen kann.

Auch Red Bull oder das Guitar Center veranstalten nicht lediglich Entertainment-Formate um ihrer selbst willen. Vielmehr laden sie ihr eigenes Angebot über diesen Weg mit sinnvoller Bedeutung auf – und schaffen so einen positiven Bezug zu ihren Produkten.

Vergleichbar können kleinere Anbieter verfahren – auch wenn die Anzahl an Webinaren, die über XING vertickt werden, mitunter ganz schön nervt. Aber es ist ein erster möglicher Schritt, wenngleich man angesichts der Breite an möglichen Kanälen hier auch etwas kreativer vorgehen könnte. Besonderes inhaltliches Knowhow ist ja hoffentlich genügend vorhanden?! Man müsste es „nur“ ansprechend aufbereiten – und vor allem auch konsequent vermarkten.

Aber damit nicht genug. Mirko Lange hatte im letzten Jahr eine schicke Präsentation vorgelegt, wie man über diese kleinen, willkürlichen Content-Fitzelchen hinausgehend strategisches Content Marketing betreiben sollte.


So weit, so gut. Content Marketing ist sicherlich wichtig. Aber wie könnte man mit kleinen, aber feinen Edu-Angeboten ein qualitatives Zeichen setzen, das einen BESONDERS macht?

Um mich diesem Thema anzunähern, hatte ich damals den Beginn der Präsentation von Mirko Lange einfach auf Edu(Content)-Marketing übertragen. Es geht darum, den Unterschied zwischen verschiedenen EduMarketing-Typen zu begreifen, um sich selbst besser positionieren zu können. Wer dies in seinem spezifischen Kontext praktiziert, kann sich maßgeblich von der Konkurrenz absetzen.

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2 Comments

  1. […] MOOC-Angebote unterbreiten und damit einen positiven Marketing-Effekt für sich verbuchen. EduMarketing ist eine sehr attraktive und zeitgemäße Freemium-Form, auf sich aufmerksam zu machen, ohne allzu […]

  2. […] und Aufmerksam-machen eine emotionale Bindung zu Kunden herstellen. Das sogenannte Edumarketing (http://flowcampus.com/input/edumarketing-der-naechste-schritt/) ist ein erster Schritt in Richtung […]

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