Input

Expedition zum Thema “Handwerk und Digitalisierung”

Digitalisierung wird von vielen Menschen mit Berufen in der Verwaltung oder in der Industrie in Verbindung gebracht. Digitalisierung bietet jedoch ebenso Chancen für Handwerker*innen und Architekt*innen. Viele Selbstständige und Betriebe zögern allerdings noch. Oftmals ist es auch nicht offenkundig, welche Potentiale mit Trend-Begriffen wie “Digitalisierung” im Handwerk oder “Handwerk 4.0” verbunden sind.

Ein guter Grund für FROLLEINFLOW, um erneut zu einer kleinen “Expedition” einzuladen, dieses Mal in einen Makerspace. Wir hatten uns für den größten Space in Berlin entschieden, das ist das Fab Lab Berlin, damit Interessierte erste eigene Eindrücke gewinnen konnten. Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Berliner Handwerkerinnen und dem N-AILS e.V. für Architektinnen & Co. luden wir zu diesem Feierabend-Event ein.

Am Dienstag, den 24. Oktober, war es dann soweit. Rund 20 Handwerkerinnen und Architektinnen trafen sich im Fab Lab Berlin im Prenzlauer Berg. Nach einer tollen Führung durch die Räumlichkeiten standen uns zwei Fab Lab Berlin-Mitarbeiter Rede und Antwort. Auch sie waren sehr erfreut, handwerklich erfahrene Frauen aus der Praxis begrüssen zu dürfen. Schliesslich konnten wir viele unterschiedliche, digital erstellte Produkte bewundern, um das Neue greifbar zu machen.

Bevor wir erklären, was FabLab bedeutet, hier einige Impressionen von Nicole – man kann durch die Bilder blättern (Pfeil rechts auf dem Foto …).

Two days ago we did a pretty cool tour through the Fab Lab Berlin. We have organized this tour to show craftswomen and architects the possibilities of Makerspaces for their professional development in the age of digitalisation. Julian and Daniel showed us the machinery and explained how 3D printers, sewing machines, laser cutters and more can be used for prototyping and production. It was very impressive. Thanks to the ladies for coming and thanks to Daniel and Julian for the very interesting tour! Some of the artifacts produced by Makers at the Fab Lab Berlin can be seen here. #makerspace#fablabberlin#diy#prototyping#production#maker#craft#architecture#craftswomen#architects#digitalisation#digital#world#futureofwork#future#work#arbeit40#bildung40#feuer40#arbeitenviernull#3d#lasercutter#cnc#sewingmachine#machinery#artifact#trade#li#insta#photography

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Was bedeutet FabLab?

„FabLab“, für alle, die nicht dabei waren, steht für „fabrication laboratory“. Ein Fabrikations-Labor, das auch als offene Werkstätte gilt und zu der Makerspace-Bewegung gezählt wird. Diese weltweite Bewegung entstand 2002 mit dem ersten FabLab am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston (USA) als offene, demokratische Werkstatt.

Ziel der FabLabs ist es, „Privatpersonen den Zugang zu Produktionsmitteln und modernen industriellen Produktionsverfahren für Einzelstücke zu ermöglichen. Typische Geräte sind 3D-Drucker, Laser-Cutter, CNC-Maschinen, Pressen zum Tiefziehen oder Fräsen, um eine große Anzahl an unterschiedlichen Materialien und Werkstücken bearbeiten zu können.“
Quelle: Wikipedia

In dem Fab Lab Berlin stehen den Mitgliedern zudem eine Holz- und Metallwerkstatt, ein Nähraum und ein CoWorking-Raum für StartUps zur Verfügung. Mit einer Mitgliedschaft von 10 € pro Monat kann sich jedeR Zugang verschaffen zu den Räumlichkeiten und die 3D-Drucker nutzen. Es gibt außerdem Mitgliedschaften mit Preisen bis zu 150 € pro Monat, mit denen man mehr Geräte nutzen kann. Das Fab Lab Berlin arbeitet in der Zwischenzeit mit dem Prothesen-Hersteller Otto Bock zusammen, der ihnen vergünstigt Räumlichkeiten sowie Kooperationen angeboten hat.

Schulungen

Was die Arbeit in einem FabLab von klassischen Gewerken unterscheidet, ist die digitale Erweiterung, die es ermöglicht, relativ schnell neue Arten der Herstellung von Protoypen umzusetzen und Designs anderer mitzunutzen, mit anderen Materialien zu arbeiten oder hybride Werke zu erstellen. Das ist alles keine Raketenwissenschaft und Frau kann das lernen, zumal in diesen Werkstätten immer eine sehr hilfsbereite Atmosphäre herrscht.

In dem Fab Lab Berlin werden zudem regelmäßig Schulungen durch Mitarbeiter vor Ort durchgeführt, in denen man den Gebrauch der Geräte und Maschinen lernen kann; die Schulungen zum Einsatz von 3D-Druckern finden sogar wöchentlich statt. Diese Schulungen sind kostenfrei und dürfen auch besucht werden, wenn man noch kein Mitglied ist. Für alle, die noch unsicher sind, eine gute Gelegenheit, um in einen Makerspace hineinzuschnuppern.

Sorry, das Video ist auf ‚english‘, aber man kommt im Fab Lab Berlin auch gut mit deutscher Sprache voran 😉

Zum Abschluss unserer Führung sprach noch Daniel Heltzel, einer der Co-Gründer des Fab Labs Berlin, mit uns. Er bot an, bei Bedarf über spezielle Schulungen für Handwerkerinnen und Architektinnen mitzudenken. Auch wir sind gerne bereit, hier neue Angebote zur Weiterbildung mitzuentwickeln.

Wäre das etwas für euch?

Was denkt Ihr wäre als Weiterbildungsangebot für euch persönlich hilfreich, um vielleicht auch in der Gruppe sich dem Thema „Neues Handwerk im digitalen Zeitalter“ zu nähern? Wir könnten darüber gemeinsam mit dem Fab Lab Berlin und anderen Playern überlegen, wie man das realisieren könnte. Ideen und Anmerkungen bitte einfach in dieses Formular reinschreiben. Danke schön 🙂

3D-Druck auch in der Schiller-Bibliothek

Und wer jetzt sofort mit seinem persönlichen Handwerk 4.0 starten möchte und überlegt wie das mit dem 3D-Druck ganz konkret funktioniert, kann sich zum Einstieg die Plattform Thingiverse anschauen. Thingiverse bietet eine Vielzahl an Vorlagen für Dinge, die sich per 3D drucken lassen. Viele dieser Design-Vorlagen werden von Makern kostenlos zur Verfügung gestellt. Das gewünschte Design lässt sich als Datei herunterladen und mit einem 3D-Drucker ausdrucken.

Wer das kostenfrei einfach mal ausprobieren möchte, dem empfehlen wir einen Besuch in der Schiller-Bibliothek am Leopoldplatz im Wedding. Dort kann man mit erfahrenen und sehr netten Bibliothekarinnen 3D-Druck von A – Z durchspielen. Einfach mal vorbei schauen, die nächsten Termine für 3D-Druck sind am 8. November 2017 oder am 13. Dezember, jeweils von 16 bis 19 Uhr.

Dort tummeln sich alle Altersgruppen von jung bis alt, die gerne einen Blick aufs Neue werfen. Wer lieber Stoff bedrucken oder Roboter programmieren möchte, kann dies ebenso kostenlos in der Schiller-Bibliothek ausprobieren. Mehr Informationen dazu finden sich auf deren Facebook-Seite.

 

Weiterführende Links

Einige Beispiele

TIPP: Öffentliche Führungen

  • Freitags um 17:30 Uhr im Fab Lab Berlin
  • Mittwochs um 19 Uhr im HappyLab Berlin

Veranstalterinnen

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