Input

Für euch gelesen: Was machen Pentagon und CIA in Hollywood?

Empfehlung
Einen interessanten Artikel habe ich im American Journal of Economics and Sociology gefunden zum Einfluss des Pentagons und der CIA auf Hollywood. Ich übersetze hier das veröffentlichte Abstract ins Deutsche und zitiere anschliessend noch einige wichtige Passagen im Hinblick auf die Bedeutung von Filmen für die Meinungsbildung!

Den ganzen Artikel „Why are the Pentagon and the CIA in Hollywood?“ von Tom Secker und Matthew Alford findet man hier (kostenpflichtig).

 

Zusammenfassung auf deutsch

Die CIA und das U.S. Department of Defense (DoD) sind beide an Programmen beteiligt, um den Inhalt von in Hollywood-Studios produzierten Filmen zu beeinflussen. Obwohl sie behaupten, dass ihr einziger Zweck in diesen Beteiligungen sei, die Genauigkeit zu garantieren, wie Militär- und Intelligenz-Aktivitäten durchgeführt werden, ist klar, dass ihre Agenda über dieses Ziel hinausgeht. Ihre wahren Ziele umfassen die Sicherstellung, dass Filme ein positives Image der zuständigen Regierungsstellen projizieren. Allerdings unterscheiden sich die CIA und DoD in ihrem Verständnis davon, was eine gute Werbung darstellt. Filme, die von Militärbehörden überprüft und unterstützt werden, werden in erster Linie ausgewertet, ob sie ein Vehikel darstellen für die Darstellung der technischen und organisatorischen Kompetenz des Pentagons. Zu diesem Zweck werden Filme, die auf Comic-Figuren oder außerirdischen Invasoren basieren, positiv betrachtet, weil sie die Kriegsbekämpfungskapazität des Militärs zeigen, ohne irgendeinen wirklichen Feind zu nennen. Die CIA hingegen zieht es vor, Filme zu unterstützen, die es den Bürgern ermöglichen, in einer Welt moralischer Unklarheiten einen stärkeren Patriotismus zu entwickeln. Infolgedessen ist die CIA viel weniger ängstlich, die dunkle Seite ihrer Unternehmungen aufzudecken, solange ein gegebener Film eine Geschichte vorstellt, die den Wert der CIA beim Schutz der Sicherheit der Nation zeigt.

- Tom Secker, Matthew Alford, American Journal of Economics and Sociology

Einige wesentliche Passagen aus dem Text

Es scheint jetzt wahrscheinlich, dass die größte Bedrohung für die Gesundheit des Volkes und die Wirtschaft der Vereinigten Staaten von den Kohlendioxid-Emissionen kommt, die ein Nebenprodukt der Industrialisierung sind, nicht von externer Aggression. Es gibt eine endliche Eintrittswahrscheinlichkeit, dass der Schaden durch den Klimawandel beispiellos sein könnte, besonders wenn die Erwärmung die Freisetzung von Methan in der arktischen Region auslöst und dadurch ein bereits ernstes Problem beschleunigt. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass der Klimawandel die moderne Wirtschaft effektiv zerstören könnte, nur 0,01 Prozent beträgt, sollte die Verteidigungsabteilung den Klimawandel zentral zu seinen strategischen Anliegen und nicht nur zu einer Fußnote machen.

(…)

Townsend und Harris (2004) berichten, dass es einen unveröffentlichten Bericht gab, der in der Verteidigungsabteilung während der George W. Bush-Regierung verbreitet wurde, dass der Klimawandel eine viel größere Gefahr für die Vereinigten Staaten darstellte als Terrorismus.

(…)

Aber die Desinformation der Öl-Lobby über den Klimawandel übertrumpfte den Rationalismus des internen Think Tanks des Pentagons. Gady (2015) zeigt, dass die ONA erst kürzlich darauf ausgerichtet wurde, sich auf aktuelle militärische Bedrohungen zu konzentrieren, „statt auf hypothetische zukünftige Bedrohungen“.
(…)
Genauer gesagt, die Autoren fanden heraus, dass der übergreifende Zweck des CIA-DoD-Hollywood-Nexus ist, Filmproduzenten zu hindern, zu nahe an sensible Themen heranzukommen und versehentlich Fragen zu erforschen, die sich als peinlich erweisen könnten. Skripte, die heikle Fragen aufwerfen oder die das Militär in ein schlechtes Licht stellen, werden einfach nicht unterstützt, was in vielen Fällen bedeutet, dass der Film niemals produziert wird.

- Tom Secker, Matthew Alford, American Journal of Economics and Sociology

facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.