Input

Lasst uns eine Stadt drucken

Januar 2017-Ausgabe meiner Kolumne im Infobrief “Neues aus der Welt zwischen Handwerk & Technologie” für das Kompetenzzentrum für Berliner Handwerkerinnen

WinSun ist eine chinesische Ingenieur- und Architekten-Firma aus der Nähe von Shanghai. Vor 3 Jahren begann WinSun mit ersten 3D-Druck-Experimenten. Heute revolutionieren sie den Häuserbau – und das weltweit.

Bereits ein Jahr nach dem Start hatten sie bekannt gegeben, 10 Häuser mit recycelten Materialien gedruckt zu haben. Das hielten viele noch für einen Witz. 2015 präsentierten sie dann 3 verschiedene Ausführungen ihrer 3D-Häuser: 1 Mehrfamilienhaus, 1 Villa und 1 Einfamilienhaus umfasst jetzt das Angebot der Firma.

Weitere Bilder kann man sich hier und hier anschauen.

Aus diesem Portfolio drucken sie jetzt ganze Stadtteile bis hin zu ganzen Städten aus. Verträge mit chinesischen Regionen, den Golfstaaten, Marokko, Tunesien und den USA sind bereits geschlossen.

Die “Tinte”, also das verbaute Material, ist ein Mix aus Beton, Glasfasern, Sand und einem bestimmten Härtungsmittel, wie gesagt: alle Materialien stammen von Bau- oder Industrie-Abfällen.

Aufgrund der digitalen Verarbeitung mittels einfacher CAD-Zeichnungen und der damit möglichen, exakten Konstruktion lassen sich so nach Aussagen der Firma 60% der Materialien einsparen, die sonst für den Bau eines Hauses benötigt werden. Das resultiert schliesslich in maximal günstigen Preisen für den Häuserbau, zumal insgesamt 80% weniger Arbeit anfällt.

Ja, das ist wohl das, was mit Disruption bezeichnet wird. Ihr fragt euch jetzt noch, wie gross diese Drucker sind? Für die Villa nutzen sie einen 6 Meter hohen, 10 Meter breiten und 40 Meter langen Drucker. Und es braucht ca. 1 Woche, um 1 Haus dieser Grössenordnung und mit klugen Einbauelementen zu bauen.

Weitere Infos findet man hier (auf deutsch).

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