Input

Das Bildung 4.0 Manifest

Eine kollaborative Produktion von Angelica Laurençon & Anja C. Wagner, gemeinsam mit Christoph Schmitt und Inge Schmidt.

Präambel

Aktuelles Wissen ist die zentrale gesellschaftliche Währung in einem Wirtschaftssystem, in dem zwei Drittel der Wertschöpfung durch Dienstleistungen geschaffen werden und die Produkte bzw. Dienstleistungen zunehmend von Maschinen statt von Menschen generiert werden.

Heute wächst Wissen durch digitale Vernetzung exponentiell. Es verändert sich ständig, öffnet neue Durchgänge und verkürzt Wege.

Da sich dieses System kontinuierlich im Fluss bewegt, müssen sich die Menschen im 21. Jahrhundert an die multiplen Veränderungen der VUCA-Welt individuell und kollektiv anzupassen.

VUCA

  • V wie Volatility = Unbeständigkeit
  • U wie Uncertainity = Unsicherheit
  • C wie Complexity = Komplexität
  • A wie Ambiguity = Mehrdeutigkeit

Dabei bedeutet “kollektiv” weit mehr als so genanntes “Social Learning”. Es setzt vielmehr ein Denken in komplexen Netzwerkstrukturen voraus, inklusive der Familien, Peers, Nachbarschaften, Maschinenparks, Algorithmen usw.

Genau das machen übrigens die grossen, zukünftigen Bildungsprovider der Kreativökonomie (Google, Apple, Facebook, Amazon, Microsoft) auf dem Vormarsch in das Educational Business vor – und auch da haben sie schon ziemlich viel Vorsprung.

Bildung 4.0 ist insofern das neue Betriebssystem der Gesellschaft, das im globalen Wissensstrom regelmäßig und in Echtzeit sich verändernde soziale Muster erzeugt, damit die Menschen daraus im Open Innovation Prozess immer wieder ihre Kompetenz neu entwickeln können.

Individuelle Bildungsprozesse sind Teil dieses permanenten Wissensaustausches und der kollektiven Wissenskonstruktion. Für den Menschen bedeutet Bildung daher neben der persönlichen Selbstentfaltung die aktive Teilhabe an der Gesellschaft – und dies auch in digitaler Form.

Bildung 4.0 muss sich insofern kontinuierlich der DNA der digitalen Revolution anpassen. Und das führt uns zu Beschleunigung, Netzdynamik, Vernetzung und … immer Beta.

Legen wir los

These 1

Bildung 4.0 muss sich als gesellschaftliches Betriebssystem dem ständigen Wissensfluss anpassen - also responsive sein. Das geht nur ohne Bürokratie.

Ein soziales Wissen, das sich unaufhörlich verändert, erweitert und skalierbar ist, braucht auch die dazu passenden Bildungsstrukturen. Eine Ausbildung mit späteren Weiterbildungen und ggf. Umschulungen ist den heutigen Veränderungsprozessen nicht mehr gewachsen.

Liquid statt starr lautet die Empfehlung des St. Gallener Think Tanks für “Arbeiten im 21. Jahrhundert”, wobei es nicht um die Arbeit als Masse geht, sondern um die Qualität der menschlichen Lohnarbeit und deren soziale, individuelle und ökonomische Wertschöpfungspotenziale – im Vergleich zu den Arbeiten, die von Robotern und künstlicher Intelligenz besser, schneller, leichter gemacht werden können.

Beschleunigung und Konzentration verändern nicht den Wert des Wissens an sich, sondern seine ökonomische Verwertbarkeit und somit die Voraussetzungen dafür, die vom Bildungssystem geschaffen werden. Das Wissen eines Webers oder Schneiders ist heute immer noch hochwertig, wurde aber durch die Technik zunehmend unwirtschaftlich.

Das gleiche gilt für eine Vielzahl an Berufen, für die heute noch mit viel Aufwand ausgebildet wird, die aber morgen ökonomisch unproduktiv sein werden. Der Prozess wird sich nicht wie im Fall der Weber über 20 Jahre hinziehen, sondern passiert innerhalb kürzester Zeit.

Bildung 4.0 braucht entsprechend möglichst bürokratiefreie Strukturen. Nur so kann sie sich den Umständen je nach Bedarf anpassen.

Was bedeutet das für den Einzelnen und die Gesellschaft?
Ergänzungen bitte in die Kommentare
  • Offenheit
  • Bewegung
  • Selbstverantwortung
  • Mitschwingen

These 2

Lucid statt blind. Den Tatsachen ins Auge sehen. Und das System als solches auf den Prüfstand bringen.

Bildung 4.0 beginnt mit einem nüchternen Faktencheck. Statt sich in der digitalen Dialektik (Digitalisierung des alten Bildungssystems) zu verlaufen, begegnet Bildung 4.0 den kommenden Veränderungen durch eine Bestandsaufnahme:

  1. In welchen Berufen ist schon heute die bevorstehende Automatisierung durch Roboter oder KI (künstliche Intelligenz)-Software klar erkennbar?
    Hier noch die bestehenden Ausbildungsstrukturen zu erhalten und Menschen bewusst in diese Sackgassen zu treiben, ist volkswirtschaftlich ruinös und ethisch verwerfbar. Auch wenn es politischer Opportunismus ist.
  2. Wo gibt es bereits Anknüpfungspunkte zu neuer Kompetenz? Nicht nur in der so genannten Industrie 4.0.
    Viele Trends sind schon klar erkennbar, werden jedoch vom aktuellen Bildungssystem nicht registriert, weil sie entweder nicht in das Wertesystem passen, oder zu grosse Widerstände überwinden müssten. Ein Organ will immer seine Funktion behalten.

Bildung 4.0 schafft insofern unabhängige Strukturen, die von aussen auf das Bildungssystem blicken und ohne Stakeholder-Interessen regelmässige Bestandsaufnahmen tätigen können.

Was bedeutet das für den Einzelnen und die Gesellschaft?
Ergänzungen bitte in die Kommentare
  • Die Nachhaltigkeit einer Ausbildung ernsthaft prüfen, bevor sie begonnen wird.
  • Sich selbst und die Arbeitsumgebung kontinuierlich überprüfen: Wird meine Kompetenz in der vorhandenen Art tatsächlich noch gesellschaftlich gebraucht?
  • Welche Fähigkeiten und welche Kompetenz könnte die Arbeit erleichtern und die Gesellschaft voranbringen?
  • Wo könnte meine Kompetenz mehr gesellschaftliche Wirkung entfalten?

These 3

Im Mittelpunkt steht der Mensch als Wertschöpfer für Wirtschaft und Gesellschaft. Die Welt dreht sich nicht nur um Angestellte.

Wie aber erhält eine Gesellschaft den individuellen und kollektiven Wert des Homo Faber (der schaffende Mensch) in einer Gesellschaft, wo seine ökonomische Bewertungsskala täglich neu von Angebot und Nachfrage definiert wird und die individuelle Kreativität und kollektive Innovation zu den wichtigsten Wertschöpfungsquellen werden?

Fakt ist: Die Wirtschaft und die meisten Unternehmen wissen heute nicht, welche Kompetenzprofile sie morgen brauchen. Getrieben von den weltwirtschaftlichen Dynamiken, stolpern die meisten in ihrem Anpassungsprozess beständig hinterher.

Die Lösung findet man in einem Perspektivwechsel: Die Kompetenz einer Wirtschaft entfaltet sich heute entlang der individuellen Kompetenzen seiner Citizens.

Damit verlagert sich auch komplett der Fokus aller institutionellen Bildungssysteme: Im Mittelpunkt steht nicht mehr nur das Wohl der Wirtschaft und der Unternehmen sowie die “employability” des Einzelnen, sondern das Wohl des Menschen und seine Fähigkeit, sich selbst immer wieder neu anzupassen.

Statt Arbeitsmarkt bezogene Programme und Raster anzubieten, gilt es heute, eine neue gesamtgesellschaftliche Grundkompetenz herauszubilden.

Welche Kompetenz braucht eine steigende Zahl von Erwerbstätigen, um sich individuell und möglichst proaktiv den Veränderungen anzupassen und dabei als (arbeitender) Mensch wertvoll – für sich selbst und die Gesellschaft – zu bleiben?

Schliessen wir uns dem Institute for the Future an und weisen auf die dort genannten 10 Fähigkeiten hin.

(c) Institute for the Future

(c) Institute for the Future

Angelica hat die IFTF-Grafik auf folgende zentrale Fähigkeiten reduziert (und teilweise übersetzt):

Kompetenz der Zukunft

(c) Angelica Laurençon, connect2communicate

Ab einem gewissen Grad (nach Ende einer hochwertigeren Grundschulausbildung!) sind somit viele Ausbildungsraster und Strukturen überfordert und überholt. Sie entsprechen einfach nicht mehr diesen universalen Kompetenzen.

Bildung 4.0 bedeutet eine Verschlankung des institutionellen Bildungssystems und die Etablierung einer breiten, gesamtgesellschaftlichen Bildungskultur. Ziel muss es sein, die Gesellschaft insgesamt aktiv mitprägen zu können, sei es durch Citizenship, Employability oder Entrepreneurship.

Was bedeutet das für den Einzelnen und die Gesellschaft?
Ergänzungen bitte in die Kommentare
  • Bereit sein für dauernde Veränderung.
  • “sich individuell und möglichst proaktiv den Veränderungen anpassen und dabei als (arbeitender) Mensch wertvoll – für sich selbst und die Gesellschaft bleiben”
  • Global denken, lokal handeln.

These 4

Die Qualität der Lohnarbeit schlägt zukünftig deren Quantität. Bildung 4.0 muss aber der Masse der Menschen eine Option bieten.

Die Arbeit geht nicht aus. Es geht um den Wert der Lohnarbeit und der Arbeitenden. Der Wert der Arbeit polarisiert sich zunehmend: Eine kleine Minderheit bekommt viel Geld, solange die akute Nachfrage nach ihren Qualifikationen anhält.

Dass die Haltbarkeitsdauer der Qualifikationen und Expertise kürzer wird, ist für hoch qualifizierte Menschen weniger problematisch als für geringer qualifizierte, denn sie bilden sich oft selbst orientiert weiter und integrieren sogar die neuen Hybridfaktoren (wie z.B. hybride Arbeitsstrukturen, hybride Lern-/Arbeitszeiten, hybride Kompetenz).

Wo und wie aber qualifiziert sich die Masse im Mittelfeld der kompetenzschwachen Dienstleister bzw. Industriearbeiter, ohne (wie bisher) in die Sackgassen überholter Weiterbildungsvorlagen oder in die Scheinselbstständigkeit zu geraten?

Wie kann das Bildungssystem ihnen genau jene neuen skalierbaren Eigenschaften anbieten, die dem Einzelnen ein dauerhaftes Wertschöpfungspotenzial bieten, nicht nur in der kurzfristigen Strategie eines unternehmensorientierten Bedarfs, sondern in der Strategie eines persönlichen lebenslangen Lernmanagements?

Eine Freelance Ökonomie nach US Muster bedeutet nicht nur das Ende des europäischen Sozialstaates. Es ist auch das Ende des klassischen Bildungssystems, das wie das Gesundheitssystem Teil der sozialen Errungenschaften war. Die Menschen müssen nunmehr selbst aktiv werden.

Bildung 4.0 muss auch alternative Wertschöpfungsmodelle neben dem Angestelltendasein unterstützen, will sie nicht einer gesellschaftlichen Depression Vorschub leisten, weil sich viele Menschen der rasanten Dynamik nicht gewachsen fühlen.

Was bedeutet das für den Einzelnen und die Gesellschaft?
Ergänzungen bitte in die Kommentare
  • “Eine persönliche Strategie des Lernmanagements entwickeln.”
  • Freiräume und Ressourcen für Bildung einfordern, beanspruchen und nutzen.
  • Sich als unternehmender Mensch begreifen.
  • Etwa 15% des Einkommens und 20% der Zeit in Lernen und Training investieren.

These 5

Digitales Umdenken statt digitaler Aktionismus. Es geht um eine neue Bildungskultur. Und dafür braucht es vielfältige Öffnungsprozesse.

Die digitalen Technologien bestimmen das Tempo der Netzwerkgesellschaft und ihrer Volkswirtschaften. Sie bestimmen auch die betriebswirtschaftliche Organisation der Unternehmen, die durch die institutionellen Versäumnisse immer grössere, skalierbare Zeitfenster für die Bildung ihrer Mitarbeiter_innen schaffen müssen. Dazu gehört nicht nur die konsequente Nutzung digitaler Technologien auf allen Ebenen, sondern auch ein autonomer Lernprozess.

Bildung 4.0 ist jedoch mehr als digitales Lernen oder digitaler Wissenstransfer. E-Learning, Blended Learning, Lernplattformen, MOOCs vermitteln Inhalte wie Frontalkurse oder Fernstudien. Aber so entwickelt sich noch keine Kompetenz. Diese entwickelt sich nur ko-kreierend in der alltäglichen Praxis.

Dass digitale Lehrangebote gleichwohl im kommenden Jahrzehnt vielen Bildungseinrichtungen die ökonomische Substanz nehmen werden, ist heute schon am Beispiel vieler US-Universitäten und Bildungsträger zu sehen. Dass sich alle Wissenstransferleistenden (vom Grundschullehrer bis zur Professorin) neu orientieren werden müssen, ist ebenso nicht nur eine Zukunftsvision.

Bildung ganz neu zu denken, quer zu den bestehenden Strukturen, das ist die Herausforderung unserer Zeit. Open Education über den bestehenden Content hinaus zu verstehen und auch die Strukturen des Bildungssystems grundlegend öffnend, das wäre eine zeitgemäße Weiterentwicklung in Richtung Bildung 4.0.

Bildung 4.0 muss weit flexibler gedacht werden als in den uns vertrauten Bildungskanälen und -schemata. Dabei die informellen Potenziale des lebenslangen Lernens nicht nur als Worthülse zu nutzen, ist die Herausforderung unserer Zeit.

Was bedeutet das für den Einzelnen und die Gesellschaft?
Ergänzungen bitte in die Kommentare
  • Sich digital aufbauen, um sich mit anderen “Expert_innen” auszutauschen und zu vernetzen, um auf dem Laufenden zu bleiben und zu lernen, anstatt tausende (Online-)Kurse zu besuchen.
  • Das Netz mit seinen Akteuren_innen als Lern-, Gestaltungsort (Büro, Werkstatt) und Ressource nutzen.
  • Nicht auf Scheine oder Zertifikate fokussieren, sondern auf gemeinsam entwickelte Lösungen setzen.
  • Visionen zulassen.
  • Spiel- und Basteltrieb kultivieren und Ideen mit anderen ausprobieren: Lieber 60/40 kalkulieren anstatt 80/20.
  • Dabei fehleroffen mit sich selbst und anderen umgehen. Es ist nicht nur ein Spruch, man lerne das meiste aus Fehlern.
  • Sich in sozialen Kompetenzen üben. Aufmerksam sein.

These 6

Mint & Makers: Kompetenzen verbinden. Das Handwerk wird wieder wichtig.

Bildung 4.0 hat die Aufgabe, fluides Wissen mit Kompetenz zu verbinden und Altbewährtes mit Betalösungen zu vernetzen. Daraus kann Neues entstehen.

Mint-Berufe (z.B. Ingenieur und IT) sind als Zuarbeiter von Industrie 4.0 in der Umsetzung des industriellen Internets der Dinge und im Rahmen der Automatisierungsprozesse in der Produktion gefragt. Im Verhältnis zu den 43,3 Millionen Erwerbstätigen sind die etwa 500.000 MINT-Experten (akademischer Hintergrund) jedoch arithmetisch unbedeutend und die IT- und Software-Experten schaffen allein noch kein “Jobwunder 2020”.

Das Vernetzungspotenzial zwischen der bestehenden Wirtschaftsmacht von nebenan, d.h. dem Handwerk und den neuen technologischen Möglichkeiten ist jedoch unbegrenzt.

Hier könnte Bildung 4.0 schnell und ohne grossen Kostenaufwand offene und transversale Rahmenbedingungen schaffen, um die drei kommenden Bedürfnisse gleichzeitig zu befriedigen:

  • Berufsbilder mit nachhaltigem Mehrwert,
  • Ausbildung 4.0 digital und konkret wäre für viele Azubis sicher spannender als die traditionellen Berufsschulen,
  • lokale Dienstleister als Teil der sozialen und gesellschaftlichen Strukturen.
Transversal

Herkunft:
lateinisch transversus „quer“

Bedeutungen:
[1] bei Linien: eine oder mehrere andere Linien kreuzend
[2] Physik: zur Bewegungsrichtung senkrecht

aus: Wiktionary

Was bedeutet das für den Einzelnen und die Gesellschaft?
Ergänzungen bitte in die Kommentare
  • Risikobereitschaft der politischen Klasse würdigen
  • Bereitschaft, berufliche Areale mit anderen zu teilen
  • neue Zusammenarbeiten quer zu den Gewerken suchen
  • mit Beta-Lösungen leben können

These 7

Bildung 4.0 bedeutet lebenslange Lernbegleitung. Ein bedingungsloses Lernguthaben muss her.

Bildung 4.0 ist lebenslange Lernbegleitung in Form eines bedingungslosen Lernguthabens (BELGUT), individuell aufladbar bei Bedarf als verbindlicher Teil des lebenslangen Arbeitsprozesses. Die Lernzeit wird dabei als Arbeitszeit berechnet. Sie ist integraler Bestandteil des Arbeitslebens.

Bedingungslos bedeutet dabei die Aufhebung aller bestehenden Raster und Autoritäten. Selbstbestimmte erwachsene Menschen brauchen keine An- und Zuweisungen aus dem Jobcenter oder von der Personalabteilung.

Bildung 4.0 ist entgrenztes Lernen, damit intrinsisch motivierte Lernende nicht nur Zugang zu hochaktuellen Lerninhalten jenseits der inländischen Bildungsträger bekommen, sondern diese auch über ihr Lernguthaben finanzieren können.

Damit könnte dem akuten Mangel an (Big) Data Analysten, Data Scientists, Data Architects oder vielen anderen neuen Kompetenzen begegnet werden. Ausserdem entstände vielleicht ein aktiver Wissensaufbau in ganz neuen Bereichen: Ökologie und Finanzwelt, Agrarwirtschaft und IT, Maschinenbau (Thermodynamik) und Aquakultur, Linguistik und Data Mining.

Die Lernzeit (dazu gehört auch die Ausbildungszeit nach der gesetzlichen Schulpflichtzeit) muss auf die lebenslange Arbeitszeit angerechnet werden. Es kann nicht sein, dass das soziale Sicherungssystem (wie z.B. die Rente) hier qualitative Unterschiede macht. Mentoren und Traineraktivitäten sollten zudem einen zusätzlichen Stellenwert erhalten.

Wir brauchen kontinuierlich Lernende und Lehrende, die sich wechselseitig immer weiterbilden. Nur so wird Bildung 4.0 transversal, offen und hybrid.

Was bedeutet das für den Einzelnen und die Gesellschaft?
Ergänzungen bitte in die Kommentare
  • Lernen wollen
  • Lust am Lernen
  • Zeit zum Lernen
  • attraktive Lernorte
  • unbürokratisches Abrufen von Geldern
  • Fähigkeit von und mit anderen zu lernen

These 8

Bildung 4.0 ist Volkswirtschaft und kein Business. Es braucht eine durchgängige digitale Kultur, keine digitale Agenda.

Bildung 4.0 muss künftig im ständigen Fluss auch proaktiv statt reaktiv sein, wenn sie nicht dauerhaft von dem “educational business” überholt werden will.

Letzteres hat schon die Strukturen geschaffen und die Weichen gestellt. Bildung 4.0 muss ebenso schnell, kreativ und skalierbar sein wie diese digitalen Bildungslösungen. Die Frage ist nur, wie kann das gelingen mit Menschen, die im alten Mindset ausgebildet wurden?

Die exponentielle Nachfrage an zeitgerechten und zeitnahen Bildungsangeboten überfordert die bestehenden Bildungseinrichtungen schon seit Beginn der digitalen Revolution.

Web Designer und Web Developer, IT-Admins, Social Media und Community Manager haben sich zuerst selbst und untereinander geschult, bevor sie von den Bildungsträgern (privat oder gemeinnützig) als externe Dienstleister ausgebildet wurden.

Die erfolgreichsten Köpfe der Kreativindustrie sind zudem Schul- oder Studienabbrecher. Die kreativsten Köpfe stecken sicher nicht in den Pipelines der aktuellen Bildungsstätten.

Bislang betraf diese Kluft zwischen alten und neuen Inhalten und Formen nur zwei Bereiche: Kommunikation, Medien einerseits und Informationstechnologien (Software/Hardware) andererseits. Der Wandel betrifft jetzt alle Bereiche und ist transversal und hybrid.

Solange die digitale Revolution nur die Peripherie betraf und die Substanz der Gesellschaft nicht wahrnehmbar gefährdete, sah man in ihr keine Gefahr. Jetzt aber zielt sie auf zwei lukrative soziale Bereiche: Gesundheit und Bildung. In beiden ist die Nachfrage enorm und das bestehende Angebot ökonomisch nicht mehr tragbar.

Liegt die Zukunft der Bildung bei Google, Apple, Facebook, Amazon, Bertelsmann oder Microsoft – oder bei den vielen lokalen privaten Bildungsträgern, die die Lücken eines Bildungssystems ausfüllen, das den Paradigmenwechsel nicht wahrgenommen hat?

Es geht nicht nur an die Substanz der Lehrenden, Professoren und Bildungsbürokraten. Es ist eine Frage des volkswirtschaftlichen Nutzens.

Viele Menschen, die im alten System ausgebildet wurden, sind nicht nur in den falschen Berufen unterwegs, sondern können zudem mit den Anforderungen einer Arbeit 4.0 nichts anfangen, weil das klassische Bildungssystem sie auf unselbstständig und unflexibel getrimmt hat. Die Ausgestaltung und Finanzierung der Sozialversicherungs-Systeme führt diese alte Angestellten-Mentalität konsequent weiter, als ob die Welt sich weiter drehe wie bisher.

Bildung 4.0 bedeutet insofern, offene Strukturen zu schaffen, die Alternativen an den Rändern experimentell zulassen. Die finanziellen Ressourcen müssen teilweise umgelenkt werden, um nicht durchgängig in einem Fass ohne Boden zu landen.

Was bedeutet das für den Einzelnen und die Gesellschaft?
Ergänzungen bitte in die Kommentare
  • Sich von alten Mustern lösen
  • Ängste abbauen
  • Chancen sehen
  • proaktives statt reaktives Mindset entwickeln
  • zivilgesellschaftliche Initiativen in das bestehende System integrieren
  • radikale Experimente zulassen oder gar fördern
  • Transformation leben, indem man sich quer zu den Strukturen austauscht

These 9

Plattform statt Pipelines: Personalisiert statt Konserven aus der Schulküche. Die Grundlage des öffentlichen Systems sollte maximal gemeinfrei gestaltet sein.

Bildung 4.0 ist auch die Umkehrung der bisherigen Dynamik im Wissenstransfer.

Bildungsträger schufen Jahrhunderte lang Pipelines, in denen Inhalte verteilt wurden. Die Industriegesellschaft formatierte die Massenproduktion und ihr Qualitätsmanagement: Damit überall die gleiche Qualität garantiert werden konnte, meinte man, man brauche identische Bewertungskriterien: Punkte, Module, Raster, Credits.

Das Bologna-Modell ist die letzte Stufe dieser Entwicklung, ist aber an sich selbst gescheitert. Die Kompetenz im 21. Jahrhundert nimmt sie gar nicht auf und übersieht dabei komplett die neue Plattform-Dynamik, die auch das Ökosystem der Kreativindustrie bestimmt.

Bildung ist heute Teil dieser Kreativindustrie mit ganz neuen Triebwerken:

  • Der Datenfluss schafft ständig neue Inhalte und führt zum liquid learning,
  • offene Plattformen mit Interaktion sind die neue Lieferkette,
  • Community Management ist ebenso wichtig wie die Verarbeitung neuer Inhalte in Echtzeit,
  • benutzerdefinierte Lerninhalte sind wichtiger als Fertiggerichte.

Im 21. Jahrhundert braucht es flexible Plattformen, um den Massenbedarf an dynamischer Bildung zu decken. Im hoheitlichen Bildungsbereich kann dies nur bedeuten, institutionenübergreifende, dezentrale, kooperative Plattformen aufzusetzen statt auf kommerzielle Strukturen zwangsläufig zugreifen zu müssen. Dies widerspricht aber föderalen Förderstrukturen. Ein Dilemma, das aber im Interesse von Bildung 4.0 transformativ gelöst werden muss.

Was bedeutet das für den Einzelnen und die Gesellschaft?
Ergänzungen bitte in die Kommentare
  • Lernangebote selbst gestalten
  • Bereitschaft aktiv mitzumachen
  • Gewinnermentalität ablegen
  • Arroganz abstreifen
  • Auch auf kommerziellen Plattformen austauschen
  • Online weiterbilden (z.B. zum Aufbau von Plattformen)

These 10

Bildung 4.0 bedeutet die Aufhebung von Zeit- und Raum-Einheiten. Das kommt einem Ende von “Abschlüssen” gleich.

Bildungsprozesse waren bislang an vorgegebene Zeiteinheiten gebunden, nämlich an das 3-Stufen System: Grundschule, Mittel-/Oberstufe, Berufsausbildung.

Letztere unterliegt wiederum selbst einem Stufenplan: Entweder Bachelor, Master, Doktor oder Lehrling, Geselle, Meister.

Bildung 4.0 sollte diesen Stufenplan spätestens ab der Ausbildungsphase nicht mehr an zeitliche und räumliche Vorgaben knüpfen. Die Menschen lernen nicht immer im gleichen Tempo. Auch ermöglichen die Lebensbedingungen nicht immer einheitliche Modelle.

Viele Module könnte man zudem leicht in viel kürzeren Zeiten hinter sich bringen. Für andere braucht man wiederum länger, was beim Bachelor-Studium zu vielen Studienabbrüchen, vor allem in den MINT-Fächern führt.

Fernlerngänge, die heute noch in Zeiteinheiten festgezurrt sind, bieten vielleicht Prokrastinaten ein Korsett, sind jedoch für erwachsene Menschen im selbst organisierten Lernen absurd. Es braucht mehr Verantwortungsabgabe an die einzelnen Menschen.

Wichtig ist der persönliche oder kollektive Erwerb neuer Kompetenz und die Fähigkeit, diesen Erwerb flexibel zu dokumentieren. Nicht in Form eines Zertifikats, sondern durch (wie einst) ein Gesellen- bzw. Meisterstück im persönlich angepassten E-Portfolio. Wie auch immer jede/r dies ausgestalten mag.

Bildung 4.0 ist ständig im Fluss, kann nicht gelenkt und auch nicht bewertet werden. Es ist eine Systematik, die eine allgemein zugängliche Infrastruktur auslegt, die individuell je nach persönlichem Interesse genutzt werden kann. Die Zeiten von Bildungskarrieren sind vorbei.

Was bedeutet das für den Einzelnen und die Gesellschaft?
Ergänzungen bitte in die Kommentare
  • Verantwortung für die eigene Aus- und Weiterbildung übernehmen
  • Lernen selbst organisieren
  • Sich als Expert_in zeigen – auf einer Plattform der persönlichen Wahl
  • Nicht auf Motivation von aussen hoffen
  • Starten, nicht warten

Literatur

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20 Comments

  1. Peter Nolte

    Es sieht so aus, als ob das Manifest fest manifestiert in der Wachstumsgesellschaft ist.

    Wo finde ich die alternativen Ideen ?

    Geht es darum, für die Wirtschaftsgesellschaft höchst effizient zu werden und zu bleiben ?

    Habt ihr einen Auftrag der deutschen Wirtschaft bekomme , den idealen Bildungszustand zu entwickeln, um über den Weg der sinnstiftenden Arbeit den höchsten Grad an Selbstausbeutung zu erlangen ?

    1. Anja C. Wagner

      Ich denke ganz und gar nicht, dass wir Promoter_innen der Wachstumsgesellschaft sind. Wir werfen lediglich einen nüchternen Blick auf den Status Quo.

      Wir sind offen für alternative Ideen, müssen aber nicht alles selbst entwerfen. Nur zu! Einfach entwerfen, veröffentlichen und hier ko-kreierend hinzufügen. Uns geht es darum, Menschen im Rahmen der Möglichkeiten maximal zu empowern, sich selbst mit ihren Ideen einzubringen.

      Und warum Selbstausbeutung? Ich denke, unser Ansatz ist das exakte Gegenteil dessen, was „die deutsche Wirtschaft“ aktuell adressiert …

      Also, statt Kritik, lieber selbst darauf aufbauend, eigene Ideen hinzufügen.

  2. Christoph Schmitt

    Alternative Ideen müssen womöglich dadurch in die Welt kommen, dass sie gemeinsam entwickelt werden. Sie liegen nicht im Regal, wo wir sie in die Hand nehmen, drehen und wenden, mitnehmen oder wieder zurücklegen können. Ich persönlich verstehe mich auf diesem Hintergrund auch nicht als Dienstleister, der Ideen liefert, sondern als Entwickler. Dabei ist es für mich wichtig, dass ich die Dynamik der gesellschaftlichen, kulturellen und ökonomischen Entwicklungen, die eh schon am Laufen sind, gut beobachte und mich frage, wie ich hier am besten Synergien schaffen kann, wovon ich mich verabschieden muss, was noch nicht sichtbar ist.

  3. […] “These 1: Bildung 4.0 muss sich als gesellschaftliches Betriebssystem dem ständigen Wissensfluss anpassen – also responsive sein. Das geht nur ohne Bürokratie.”  Angelica Laurencon und Anja C. Wagner (gemeinsam mit Christoph Schmitt und Inge Schmidt), FlowCampus… […]

  4. Josef Stadelmann

    Sie schreiben oben:
    Die Lernzeit wird dabei als Arbeitszeit berechnet. Sie ist integraler Bestandteil des Arbeitslebens.
    Bedingungslos bedeutet dabei die Aufhebung aller bestehenden Raster und Autoritäten. Selbstbestimmte erwachsene Menschen brauchen keine An- und Zuweisungen aus dem Jobcenter oder von der Personalabteilung.

    Wie kommunizieren Sie das überzeugend einem Unternehmer, der für den Lohn des Lernenden, die Einhaltung von Lieferanten-Fristen, der Qualität seiner Produkte, der Herstellungskosten wie auch einer das Unternehmen fördernden Strategie, u.s.w. verantwortlich ist?

    Grundsätzlich finde ich sehr viel GUTES in diesen Thesen und hoffe es kommt so. Aber vergessen Sie dabei nicht die Unternehme und den vielfältigen Druck dem jedes Unternehmen heute ausgesetzt ist. Arbeitsziele setzen und diese „IN-ZEIT-UND-BUDGET“ mit Lernenden erreichen ist eigentlich das, was ich in meinen 40 Jahren in der Computer-Branche als „Learning On The Job“ SOWIE „Job-Plan-&-Review“ bezeichnet habe.

    Ich denke da gilt es eine gute Balance zu finden zwischen den diversen Interessen.

  5. Angelica Laurençon

    Die KMU sind sehr praxisnah und kennen den Bildungsnotstand 2016, suchen auch nach zeitnahen Lösungen. Aber… solange z.B. für die Klusterausbildung, das Mitarbeiter-Teilen, die p2p Lösungen, das informelle Lernen wie z.B. die Aufnahme junger Azubis in Innovations-Hubs an den FH nur geduldete Ausnahmen bleiben, wird der Bildungsaufwand zu einer Herkules-Aufgabe. Lern- und Arbeitszeit auf einen Nenner zu bringen, ist für die KMU kein Problem – nur die Sozialversicherungen und das Finanzamt kommen damit nicht klar.

  6. Simon Dückert

    Dienstleistungsanteil und die Übernahme von Arbeitsschritten durch Maschinen sin denke ich keine guten Ausgangspunkte für ein Manifest. Zum einen, weil Länder, die auf nur auf Dienstleistung statt Produktion physischer Güter setzen, nicht wirklich gut dastehen. Meiner Meinung nach sind produktnahe und wissensintensive Dienstleistungen der zentrale Faktor. Und die Übernahme von Tätigkeiten durch Maschinen ist doch ein alter Hut, der Automatisierungsgrad in der Automobilindustrie beträgt heute schon 90%, in der Getränkeindustrie gar 98%. Wenn Gelegenheit besteht, einfach mal dort eine Werksführung machen. Übrig bleiben aber immer die koordinierenden und kreativen Tätigkeiten. Der Kern ist die Wissensgesellschaft (oben richtig benannt), Digitalisierung und Wissensmanagement.

    1. Angelica Laurencon

      Parallel zu der zweiten industriellen Revolution wurden immer auch Techniken entwickelt, um die Arbeitsprozesse zunehmend auf die Maschinen zu verlagern und somit den unsicheren Faktor Mensch zu ersetzen. Die nächste Automatisierungswelle ist also nicht problematisch an sich. Problematisch ist jedoch ihre Beschleunigung, Komplexität und Unberechenbarkeit.
      Die KI – in Form von Software & Cyberbots stellt u.a. auch die Frage: Wenn Wissen Macht ist, wer hat dann die Macht und wie übt er sie aus.

      Bislang betraf die digitale Revolution nur die Peripherie und wurde nur als Technologie und nicht als Paradigmenwechsel im System wahrgenommen. Jetzt geht es aber ans Bildungs und Gesundheitswesen, wo einerseits die KI „disruptive“ Lösungen findet…und erfindet und andererseits die menschliche Intelligenz überall herausfordert – nicht nur in der Erfindung eines neuen ökonomischen Modells.

      .

  7. Christine Radomsky

    Spannende Thesen, vielen Dank.
    These 3 ist für mich eine der wichtigsten. Dabei überzeugt mich Eure Textpassage „Im Mittelpunkt steht … das Wohl des Menschen und seine Fähigkeit, sich selbst immer wieder neu anzupassen “ mehr als „Im Mittelpunkt steht der Mensch als Wertschöpfer für Wirtschaft und Gesellschaft…“.
    Bildung nur für Wertschöpfer? Was ist mit sehr alten Menschen, die auch noch lernen können und sollten – und sei es „nur“ für Gesundheit und Wohlbefinden?

    Ein zweiter Gedanke: Was fordert das vom einzelnen?
    Vor allem auch Fähigkeit zur Selbstführung: Eigene Identität erkennen (Werte, Stärken, Präferenzen), eigene Zukunfts-Identität entwickeln, Lernfelder ableiten, Ziele setzen und erreichen, Emotionen steuern, Glaubenssätze erkennen und verändern,… ). SELBSTFÜHRUNG ist für mich eine entscheidende Kompetenz, die ich bei den 10 IFTF-Kompetenzen vermisse. Es sei denn, sie wird unter Social Competence subsummiert. Sie ist deshalb so wichtig, weil sie dem einzelnen ermöglicht, trotz Ungewissheit, Komplexität, rasanten Veränderungen, massiven digitalen Stimuli… seinen eigenen Persönlichkeitskern zu finden und ihm entsprechend zu lernen und zu leben. Inmitten von VUCA lebenslang resilient und entwicklungsfähig zu bleiben.

  8. […] Im Gespräch bezieht sich Susanne Deß u.a. auf Anja Wagner und dem im flowcampus veröffentlichen Beitrag „Bildung 4.0 Manifest„. […]

  9. […] „Das Bildung 4.0 Manifest“ – 10 Thesen zur Bildung von Anja C. Wagner und Angelica […]

  10. […] – Wir, Bildung 4.0 Manifest […]

  11. Thomas Denk

    Sehr interessanter Artikel, Danke @Christoph Schmitt für den Link und die Weiterleitung.

    Ich kann den AutorInnen für den Denkanstoss an dieser Stelle nur ein großes Kompliment aussprechen. Diese Thematisieren ein Grundproblem unserer Gesellschaft, welches auch in weiterer Folge exorbitante Relevanz zu den politischen Entwicklungen hat, welche man momentan in der „westlichen Welt“ erkennen kann.
    Nämliche grob Umschrieben: eine Gesellschaft, welche genau in den Effekten dieses Sozioökonomischen Wandels gefangen ist und sich hier nun politisch genau Anhand dieser Symptomatik teilt.

    Eine Gesellschaft, welcher vom Bildungsapparat nicht die nötigen Mittel mitgegeben wurden (Sei es auf Grund des bereits fortgeschrittenen Alters oder der Linearität des Apparates selbst), um sich in der von Ihnen beschrieben Umwelt zurechtzufinden.

    Ein wichtiges Symptom, welches dieser strukturelle Wandel nml. mit sich bringt, ist ein Vakuum an Gewissheit, Perspektive und Konstanz, welche für vorhergehende Generationen durchaus noch vorhanden war.

    Der von Ihnen beschriebene Bildungsdiskurs vermischt sich nun mit der Automatisierung und Industrialisierung der letzten Jahre, mit einer generellen Änderung der Wertschöpfungsentstehung dem Momenten in dem heutzutage „Value“ kreiert wird (Stichwort Service 4.0, Big Data und wie sie nicht alle heißen) noch zusätzlich mit der Neoliberalisierungs-Politik der letzten Jahrzehnte, welche auch noch zu einer massiven Arbeitsplatzfluktation gerade in Europa und den USA einhergeht.

    Und genau mit der Vermischung diese Probleme und Symptomatiken stehen wir nun an einem Politischen Wendepunkt, an dem mit Sündenbockpolitik und fadenscheinlicher Symptombekämpfung Wahlkampf betrieben wird.

    Und gerade die Ignoranz der „geistigen Elite“ der letzten Jahrzehnte und deren Totschweigen bzw. möglicherweise sogar „nicht erkennen“ der Wirklichen Problem Szenarien -welche sich auch noch immer schneller weiterentwickeln – und die festgefahrene Linearstruktur des sich selbst verwaltenden Bildungsapparates führen zu einem Kollaps unserer liberalen Gesellschaft.

    Eine Problematik, der sich die Politik und Wirtschaft schnellstmöglich annehmen müssen, ansonsten Steuern wir auf einen der wirtschaftlich und sozial schlimmsten Kollapse der Geschichte zu.

  12. […] Schmitt, C. & Schmidt, I. (2016). Das Bildung 4.0 Manifest. Zugriff am 26.07.2016. Verfügbar un… […]

  13. […] Das Bildung 4.0 Manifest […]

  14. […] Das Bildung 4.0 Manifest […]

  15. […] Das Bildung 4.0 Manifest […]

  16. […] Das Bildung 4.0 Manifest […]

  17. Grundbildung 4.0 | Blickpunkt alpha

    […] spannend ist ein Bildung 4.0 Manifest, das den „Kulturschock“ der Wissensrevolution für „traditionell geschulte“ Erwachsene […]

  18. Bernhard Sandkühler

    Hier begegne ich vielen guten und brauchbaren Ideen und einer stimmigen Vision.
    Ich begegne aber auch einer ganz eigenen Sprache, die nach erstem Anschein nicht vorhat, Otto Normalverbraucher verständlich entgegenzukommen.
    Da stelle ich eine weitere These in den Raum: Bildung muss dem Menschen freundlich einladend entgegenkommen. Am besten noch spielerisch, verlockend wie gute Werbung mit ihrer KISS-Formel.

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