Input

(c) Frits Ahlefeldt - https://hikingartist.com/2016/02/19/smart-village-drawing/

Warum der Blick ins Silicon Valley?

Wirklich interessante Ausführungen von Andreas Wittke von der FH Lübeck zu seinem Besuch im Silicon Valley im Rahmen der Schleswig Holstein’schen Delegationsreise im Spätsommer 2016 – weitere Infos dazu auf ununi.TV

Wir selbst haben im Arbeit 4.0 MOOC auch viel aus Kalifornien berichtet, was auch immer wieder diskutiert wurde. Dazu haben wir an verschiedenen Stellen immer wieder Stellung bezogen. Nachfolgend zitieren wir aus unserer Zusammenfassung.

Auszug aus dem Arbeit 4.0 MOOC Buch

Warum fokussieren wir so stark auf Kalifornien, diese Frage kam rund um den Arbeit 4.0 MOOC immer wieder auf.

Anja in San Francisco
Diese Geschichte hier begann mit meinem Wunsch, die Next:Economy Konferenz von Tim O’Reilly im November 2015 in San Francisco zu besuchen.

Ich reiste also dorthin und bewunderte über 2 Tage, wie sich auf dem Podium in einer atemberaubenden Abfolge unfassbar viele bekannte Aktive des aktuellen Internets die Hand gaben und per Frontalbeschallung ihre Sichtweisen darlegten.

Mein genereller Eindruck dort war, dass sich die Unternehmer und Unternehmerinnen sehr ernsthaft, offen und konzentriert den Fragen der Zeit stellen. Mit Ausnahme eines Managers von General Electric, der noch sehr der alten Rhetorik verfallen war, unterhielten sich die Teilnehmer/innen sehr differenziert und überlegt über die Chancen wie die Risiken der aktuellen Entwicklung – und vor allem darüber, was sie selbst dafür tun könnten.

Nicht als Marketing für sich selbst, sondern weit reflektierter als ich es aus Diskussionen im deutschsprachigen Raum kenne. Hier trafen sich Forschende und Macher/innen, die nicht primär Dollarzeichen in den Augen haben, sondern Probleme lösen – sehr marktradikal, das ist nun mal die kalifornische Ideologie. Darüber kann man lachen oder sie in der Tiefe versuchen zu verstehen, um aktuelle Entwicklungen mit globaler Auswirkung begreifen zu lernen. Um dann eigene Handlungsschritte zu überlegen.

Unsere Antwort darauf: Man muss sich nur einmal betrachten, welche transformativen Entwicklungen sich aktuell abzeichnen, aus deren Zusammenspiel sich vor unseren Augen eine andere Weltgesellschaft entwickelt.

mooc_book_coverDiese Entwicklungen führen uns schnell nach Kalifornien. Dort entstand die digitale Revolution, dort wurden ursprünglich militärische Anwendungen auf leicht bedienbare und nutzerfreundliche  Produkte herunterskaliert. Apple setzte sogar noch einen drauf, indem es die digitale Funktionalität in Ästhetik verwandelte. Und schließlich wachsen die von kalifornischen Startups entwickelten Plattformen so schnell, dass sie mit ihrer gefälligen Attraktivität den alten Systemen die User entziehen.

In einer vernetzten Welt haben technologische Innovationen eine immense Durchschlagskraft, vor allem wenn sie so nutzerfreundlich und gabelfertig daherkommen. Sie lösen einfach konkrete Probleme vieler Menschen und werden es in Zukunft noch viel intensiver tun. Smart Grids und Smart Things werden zunehmend alle Bereiche unseres Alltags durchziehen.

Deshalb verfolgen wir seit langem die englischsprachigen Blogs, um die Entwicklungen dort so früh wie möglich aufzugreifen und zu begreifen. Dort wird heute schon diskutiert, was uns hier morgen erwartet.

Im letzten Jahr las Anja einen guten Beitrag von Tim O’Reilly, mit dem er eine anstehende Konferenz, die Next:Economy, ankündigte. Darin beschrieb er die Verantwortung der Wirtschaft, den disruptiven Veränderungen am Arbeitsmarkt klarer entgegenzutreten bzw. transformative Angebote zu unterbreiten, um die gesellschaftlichen Auswirkungen der digitalen Umwälzung aufzufangen.

Anja begann diese Vorbereitungen zu beobachten und fand, dass in dem WTF Economy-Magazin auf Medium weit konstruktiver diskutiert wird als in hiesigen Diskussionen. In englischsprachigen Diskursen nehmen sie die Entwicklungen ernsthafter in den Blick und überlegen, wie man positiv transformativ gegensteuern könne – statt wie hier im deutschsprachigen Raum lediglich über Datenschutz und Netzneutralität zu lamentieren. Das sind wichtige Punkte, keine Frage. Aber daneben gilt es die digitale Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Denn diese ökonomischen und damit sozialen Entwicklungen vollziehen sich aktuell – ob man diese für gut befindet oder auch nicht.

Kurz: Viele Entwicklungen des digitalen Wandels haben ihre Geburtsstätte im Silicon Valley und sind von dessen Geist geprägt. Ein Verständnis dafür zu entwickeln und mit den Diskussionen im deutschsprachigen Raum zu verweben, war Ziel des MOOCs.

Eingangsbild mit freundlicher Unterstützung von (c) Frits Ahlefeldt – The Hikingartist

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