Input

SingularityU gastierte in Berlin

10 Tage Input im April 2016 (3/3)

Teil 3: Der SingularityU Germany Summit

Über das SingularityU Germany Summit in Berlin wollte ich schon längst im 3. Teil meiner Serie über 10 Tage Input im April 2016 berichtet haben. Leider kamen diverse Projekte dazwischen, … aber jetzt: Here we go!

Singularity? Was ist das?

Unter technologischer Singularität werden verschiedene Theorien in der Zukunftsforschung zusammengefasst. Überwiegend wird darunter ein Zeitpunkt verstanden, bei dem sich Maschinen mittels künstlicher Intelligenz (KI) rasant selbst verbessern und damit den technischen Fortschritt derart beschleunigen, dass die Zukunft der Menschheit hinter diesem Ereignis nicht mehr vorhersehbar ist.

- , Wikipedia

Ray Kurzweil gilt als technologisch begnadeter Visionär und maßgeblicher Entwickler dieser Theorie. Er glaubt, Nano- und Biotechnologie werden in den nächsten Jahren eine exponentielle Entwicklung durchlaufen, so dass sie Ökonomie und Gesellschaft radikal verändern werden.

Aus diesem Grund gründete er 2008, gemeinsam mit Peter Diamandis, die Singularity University.

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Zunächst als gemeinnützige Organisation gegründet, haben sie seit 2012 die Grundlagen geschaffen, bedingt kommerzielle Ausgründungen zu ermöglichen (über eine Zwitter-Rechtsform, die es in D-A-CH (noch) nicht gibt). Stationiert im kalifornischen NASA-Forschungspark, arbeitet der sich entwickelnde Silicon Valley-ThinkTank an so genannten Moonshot-Projekten mit skalierbarem, sozialen Impact.

Das ursprüngliche Ziel der SingularityU beschreibt Diamandis im Vorwort des Buches zu den Exponential Organizations von Salim Ismail, Mitgründer und geschäftsführender Direktor der SingularityU, wie folgt:

Das Ziel war, eine neue Art von Universität zu gründen, eine, deren Curriculum ständig aktualisiert wird.

- , Peter Diamandis

Und weiter: Da in den nächsten Jahren der Rest der Weltbevölkerung an die globale Wirtschaft andocke, ergäben sich daraus 2 Effekte, auf die man reagieren müsse:

  1. Diese Menschen repräsentieren eine neue Konsumenten-Schicht, die noch nie zuvor etwas gekauft hat.
  2. Diese aufstrebende Milliarde/n ist eine neue Schicht an Entrepreneuren, die unmittelbar ihr Mindset ausprägen wird angesichts all der internet-getriebenen Technologien von Google über künstliche Intelligenz, 3D-Druck bis hin zu synthetischer Biologie. Und auf dieser Basis wird es eine Explosion hinsichtlicher der Innovationsgrade geben, so meinen sie.

Ihre Mission als SingularityU sei es insofern, Menschen zu helfen, das Leben von einer Milliarde Menschen zu beeinflussen. Und wie gelinge dies als Unternehmen? Eben nur als “Exponential Organization” (ExO), der Titel des angeführten Buches von Salim Ismail, auf das ich später eingehen werde. Vorab ein paar Zeilen zum Summit.

Der Summit

Der SingularityU Summit Germany fand am 20. und 21. April 2016 im Funkpalais der Messe Berlin statt. Eine stattliche Location mit einem stattlichen Programm. Eingeflogen aus Kalifornien, spulten die Vortragsprofis ihr Programm ab – und es vollzog sich über die 2 Tage ein Kuriositätenkabinett, wie es früher vielleicht Jahrmarktsbesucher/innen erlebten.

Obwohl ich eigentlich recht gut in der Thematik stecke, war es sehr verblüffend, wie die Damen und Herren im Minutentakt neue Slides mit neuen Highlights des technologischen Wunderlandes vorstellten. Bei jeder Slide streckten sich mindestens 50% der Arme aus dem Publikum in die Luft, um die Folien zu fotografieren – ein kurioses Ambiente.

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Wie so eine Art Wochenschau präsentierte hier das Silicon Valley der europäischen Provinz, wo die Reise hingeht und was man alles erwarten dürfe. Selbst für mich ein wenig befremdlich, zumal die typisch amerikanische Konferenz-Professionalität, die einen seriösen, nicht schwatzhaften Entertainment-Stil pflegt, hier so routiniert abgespult wurde, dass es mich schon ein wenig irritierte.

Thematisch liess sich an der Nummer allerdings nicht rütteln. Man stellte gut gegliedert aktuelle Entwicklungen vor, die keine Zukunftsmusik sind, sondern mindestens prototypisch sich im Einsatz befinden. Die Themenpalette umspann:

  • Künstliche Intelligenz
  • Robotics
  • 3D-Druck
  • Klimawandel
  • EdTech
  • Cybersecurity
  • Satelliten
  • Machine Learning
  • Bedingungsloses Grundeinkommen
  • Internet der Dinge mit der Vernetzung von allem
  • Crowdworking & -sourcing
  • Gig Economy
  • und noch vieles mehr

Wer sich einen detaillierten Eindruck über die Themen verschaffen will, der sollte das Graphic Recording-Ergebnis von Gabriele Heinzel auf Flickr studieren: Hier findet man Tag 1 und hier Tag 2.

Alles in allem war dies ein wirklich interessantes Event mit sehr viel gutem Input. Und für den Nachhauseweg gab es dann das übliche Konferenz-Care-Paket mit dem Buch von Salim Ismail.

Das Buch

Exponential Organizations: Why new organizations are ten times better, faster, and cheaper than yours (and what to do about it), so lautet der Titel, geschrieben von Salim Ismail, Michael S. Malone und Yuri van Geest und 2014 veröffentlicht.

Die m.E. interessantesten Auszüge stelle ich hier nachfolgend allen Registrierten beim FLOWCAMPUS zur Verfügung.

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2 Comments

  1. […] 20. – 21. April 2016: SingularityU Germany Summit in Berlin (hier zusammengefasst) […]

  2. […] 20. – 21. April 2016: SingularityU Germany Summit in Berlin (hier zusammengefasst) […]

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